11 Dinge, die man gemacht haben muss, wenn Verbrennungsmotoren vom Markt sind

oder: 11 Dinge, die man machen muss, wenn die Verbrennungsmaschinen endlich den Planeten verlassen haben.

Wie mich mancher Autojournalismus mittlerweile ankotzt, ist manchem der mich kennt ja schon bekannt. Hier hab ich wieder mal ein Gustostückerl ausgegraben. Reißerische Überschriften und Wortwahl, ohne Reflektierung losplappern und vermeintliche Märtyrer erschaffend und die industrielle Verdreckung unseres Habitats glorifizierend.

http://autorevue.at/motorblog/11-dinge-die-man-gemacht-haben-muss-bevor-die-elektromobilitaet-kommt?utm_source=Newsletter&utm_medium=E-Mail&utm_campaign=autorevue.at-NL

Die teilweise idiotischen Kommentare mancher defizitären Intelligenzbolzen sind echt witzig zu lesen. Oder ist es doch traurig, denn es scheint unser Bildungssystem ordentliche Defizite auszuweisen, wenn manche Menschen es nicht mal schaffen über die eigene Nasenspitze hinaus zu denken.


Dazu hab ich mir auch 11 Dinge überlegt ....

11 Dinge, die man gemacht haben muss, wenn die Verbrennungsmotoren vom Markt verschwunden sind.

Es gibt Dinge die wir nicht vermissen werden, wenn wir erst einmal die Verbrennungsmotoren losgeworden sind. Elf Ideen für die automobile Erlösung. Wir beginnen, in dem wir unsere Passion für Roadtrips und gemeinsames Reisen nach langer
Abstinenz wieder in vollen Zügen geniessen können. Zu lange hat uns die alteingesessene
Autoindustrie und Öllobby das Geld aus der Tasche geklaut. Mit dem bereits jetzt flächen-
deckenden Netz an Ladestationen können wir überwiegend gratis laden und unsere neu gewonnene Unabhängigkeit geniessen.

1) Cabo da Roca
Wir besuchen den südwestlichsten Punkt Europas. Queren dabei Frankreich, Spanien und das großartig mit Ladestationen versorgte Portugal. Am Leuchtturm angekommen, blicken wir in Richtung Westen und verneigen uns für die Großartigkeit mit der das Startup Teslamotors den Weg in die Zukunft bereitet hat. Danke, dass die althergebrachten Autofabriken von der Landkarte verschwunden sind. Dafür zünden wir in Lissabon im Jeronimos-Kloster mit der prachtvollen Kirche (mit dem Grab Vasco da Gamas) eine Kerze an.

2) Istanbul
So nahe war der asiatische Teil noch nie. Mit Gratis-Superchargern und -Ladestationen ist der Weg nach Istanbul ein Katzensprung. Wir packen das notwendigste ein und freuen uns auf die lokalen türkischen Speisen. Lange sind die vermeintlichen Wirtschaftswunderzeiten vorbei, in denen man uns weis machen wollte, dass nur Wirtschaftswachstum und der freie Markt uns tatsächlich gesellschaftlich weiter bringen. Hätte es doch damals schon Tabletten gegen Dummheit gegeben.

3) Siljansee
Ein Besuch beim Weihnachtsmann im schönen Schweden ist die co2-freie Fahrt schon wert. Da wir vom See beeindruckt sind, fallen wir nicht dem dummen Brauch anheim, den See mit Flaschen zu verdrecken. Der Weihnachtsmann fährt ja mittlerweile auch co2-neutral durch die Welt, also schicken wir ihm jedes Jahr Grußbillet und stecken eine Gratisladekarte mit EUR 100,- Guthaben für die zahlreichen Cafe-Shops entlang des europäischen Ladenetzwerks bei. Alles außer dumm. Wir wollen ja Spaß haben ohne unser eigenes Nest zu verdrecken. Die Überwachungsneurotiker können ja den Datenschutzknopf drücken. Wir wollen lieber aktuelle Infos bekommen, wenn an der nächsten Ladestation gerade eine fröhliche Ladestationsparty läuft.

4) Speed
Wir dürfen an dieser Stelle natürlich nicht empfehlen, vorgegebene Geschwindigkeitsbegrenzungen zu übertreten. Aber es ist schon geil, den Stealth-Mode aktivieren zu können und lautlos an der nächsten Verkehrskontrolle vorbei zu rauschen, bevor die den fehlenden Sound bemerkt haben. Da wir auch keine Duftspur hinterlassen ist auch die Verfolgung erschwert.

5) Stinken
Apropos Duftspur. Wir starten eine Pizza & Burger-Party in unserem Carsharing-Auto. Alle Sharer sind eingeladen. Das gemeinsame Aufräumen danach ist selbstverständlich und im Handumdrehen erledigt.

Emotionen:
Endlich ist es vorbei mit dem Gedrööhn und Geknatter! Hinausgehen und die Ruhe genießen, eine Orgie im Ähren-Feld feiern ohne das einem das Hämmern eines Boxermotors samt Abgaswelle aus dem Takt bringt. Macht Liebe und knotzt nicht blöd vor dem Fernseher, wenn Verrückte im Kreis fahren.

6) Motorensound
12-Zylinder-Gegurgel und V8-Hemi-Röhrerei kann man sich kopfschüttelnd im technischen Museum anhören, sofern das jemanden noch interessieren wird. Jammern wir den Todesprügel-Handys der ersten Generation nach, oder den Dezibel-Kanonenlüfter der ersten Heim-PCs? Mit futuristischem Enterprise-Zischen drückt uns der E-Motor in den Fahrersitz und auch nach dem 1000sten Male sind wir noch immer fasziniert von der Kraft dieser kleinen Elektronen.

7) Rallye
Der Rallyesport ist eh und je faszinierend und spannend, auch ohne ohrenbetäubendem Motorenlärm und stundenlang danach noch stinkender Umgebungsluft. Jetzt kann man sich dabei wohlfühlen und ohne gesundheitliche Bedenken einen eWRC-Lauf besuchen oder bei der heimischen Rallye- oder Berglauf-Szene seinen Lieblings-ePiloten anfeuern.

Berührungspunkte
Zu den Verbrennungsmaschinen fehlt einem einfach der emotionale Zugang. Das hat seine Gründe. Was ist an einer lärmenden, stinkenden und unser "Wohnzimmer" versauenden Technik schon liebenswertes dran? Da fahren wir mit unseren E-Schleudern lieber auf eine der vielen großen Touren durch Europa und erfreuen uns an neuen Bekanntschaften und neuen Ideen, um seine E-Kiste noch ein wenig zu pimpen. Deswegen folgende Handlungsanweisungen.

8) Reparatur
Kein Geld mehr permanent in die Werkstatt tragen, machen Ressourcen frei, seiner eBastelleidenschaft zu frönen. Oder ein wenig an der Software für die Navigation oder ähnliches zu basteln. Und wenn man sich doch noch ein wenig die Hände schmutzig machen will, kann man ja die einzigen Verschleißteile wie Reifen und Bremsen selbst tauschen. Aber wer will sich schon die Hände unnötig dreckig machen.

9) Ladestationsparty
Wie schon ein paar Punkte zuvor erwähnt. Die E-Szene liebt Ladestationsparties. Entweder zur Einweihung einer Neuen oder einfach weil man sich in dieser Szene gerne austauscht. Da kommen alle Marken von Serienfahrzeugen bis zum Bastlerfahrzeug alle zusammen. Mit Faszination werden Infos ausgetauscht.

Wie früher - endlich ein Sommer, wie er früher war. Man nimmt seine e-Kutsche oder nimmt sich mit ein paar Freunden ein eCarsharing-Auto und lässt alte Zeiten wieder aufleben. Ohne an nach Benzin- und Diesel stinkenden Zapfsäulen alle paar Kilometer die Hände dreckig zu machen. Einfach fahren und die neu gewonnene Freiheit wieder genießen.

10) Schmusen
Was interessiert einem schon die Karre, wenn man seine Traumfrau neben am Beifahrersitz hat? SchXXXegal, ob im eSmart auf kuscheligem Raum, im Model S auf der Spielwiese oder im Zero-Tracer im Doggie-Style ;-) Hauptsache bei niedrigen Temperaturen gibt es keine Abgasvergiftung mehr und das permanente Gerüttel des Hubzerknallschüttlers geht einem nicht ins Ohr. Die Hintergrundmusik ist tatsächlich hörbar - auch wenn sich ein Spanner anschleicht.

11) Campen
Nicht nur neu gewonnene Freiheit, sondern auch zusätzlich gewonnener Stauraum machen die eFlitzer zu echten Traumcampern. Hinten Kofferraum, vorne Kofferraum. Die ersten Baureihen der ausgestorbenen Dinosaurier-Autobauer hatten ja noch gravierende Designschwächen wegen der ideenlosen Nutzung alter Konzepte. Mancher eFlitzer-Besitzer hat ein neues Geschäftsmodell entdeckt und vermietet sein Auto zum Schlafen. Nun, wer will das schon. Da schlaf ich schon selber drin oder nehm einen der bequemen Züge. Also ab an den Gardasee und fertig ist der Urlaub.

 


Gastautor: Manfred Hillinger
Website: Teslafahren

 

 

Der Inhalt von Gastbeiträgen spiegelt ausschließlich die Meinung des Autors wider und entspricht nicht zwangsläufig der Meinung von Stromfahren.