Wer kauft Elektroautos? Deutschland liefert Antworten

elektroauto käufer deutschlandAktuell sind nicht einmal 19.000 Elektroautos in unserem Nachbarland zugelassen. Bei einem Gesamtbestand von 44 Millionen PKWs sind die Stromer im Verkehr kaum sichtbar. Die Frage, wer ein Elektroauto kauft, scheint 'eigentlich' sehr schnell beantwortet: Es muss ein überzeugter Öko sein, der in der Großstadt – denn auf dem Land taugen E-Mobile mangels Ladesäulen nichts – besonders umweltbewusst unterwegs sein will..... soweit das Vorurteil.

Eine aktuelle Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) zeichnet aber ein anderes Bild. Der durchschnittliche Elektroauto-Käufer in Deutschland ist ein gebildeter, gut verdienender Mann um die 50, ergab die Umfrage unter rund 3.000 Elektroauto-Haltern. Mehr als die Hälfte der privaten Nutzer von E-Autos wohnen demnach in Gemeinden von weniger als 20.000 Einwohnern. Nur etwa jeder Fünfte der Befragten lebt in einer größeren Stadt mit mehr als 100.000 Einwohnern.

Die  Reichweite:
Die Batterietechnologie, die für den Preis verantwortlich ist, ist auch der Grund für einen weiteren Knackpunkt: Für den E-Golf gibt Volkswagen eine Reichweite von ca. 160 Kilometern an. Für eine Fahrt in den Urlaub dürfte das kaum reichen, zumal die Zahl der Ladepunkte in Deutschland im Vergleich zu den herkömmlichen Tankstellen noch klein ist. Das sollte sich aber mit der Weiterentwicklung der Batterietechnologie ändern - theoretisch. Denn in Sachen Batterien liegt Deutschland ca. 3 Jahre hinter Tesla und Chinesen wie zB. BYD.

Der Preis:
Noch sind die reinen E-Autos deutlich teurer als ihre Benzin-Pendants. Ein Beispiel: Der E-Golf von Volkswagen ist ab 35 000 Euro zu haben. Ein Golf mit vergleichbarer Ausstattung kostet nur 24 150 Euro. Doch das könnte sich ändern. Laut Berechnungen des Ingenieurbüros P3 sind Elektrofahrzeuge ab dem Jahr 2018 beim Preis wettbewerbsfähig, wenn nicht sogar im Vorteil. Dabei werden neue Batterien zu Grunde gelegt, die einen höheren Nickelanteil vorweisen.

Förderungen:
Smart-Chefin Annette Winkler spricht sich schon lange offen für eine Förderung von E-Autos aus. Das müssen nicht unbedingt finanzielle Anreize sein: Der Bundestag erlaubte jüngst Städten und Gemeinden, kostenlose Parkplätze für E-Autos zu reservieren und ihnen die Nutzung von Busspuren zu erlauben. Ob das ausreicht, zweifelt unter anderem VDA-Präsident Matthias Wissmann an. Er fordert finanzielle Impulse - wie zum Beispiel Sonderabschreibungsregeln für Firmenwagen. In anderen Ländern wie den USA, China oder Frankreich bekommen Käufer Cash vom Staat beim Kauf eines E-Autos.



[quelle: wirtschafts woche, stromfahren]