Renault Twizy & co im Crashtest

(c) NCAP  - renault twizy im crashtestEuroNCAP hat sich vier Modelle der sogenannten Leichtkraftfahrzeuge vorgenommen. Mit dabei waren der Renault Twizy, der altbekannte Tazzari Zero, der Ligier Ixo und der Club Car Villager (ein 'Golf-Cart').

Leichtkraftfahrzeuge erfordern in vielen Ländern keinen Führerschein und bieten so für viele Fahrer eine praktische und wirtschaftliche Mobilitätslösung. Schwere Vierrad-Leichtkraftfahrzeuge (L7e), darunter fallen Modelle, die über 350 kg Leergewicht an den Start bringen, unterliegen keiner Geschwindigkeitsbeschränkung. Gewisse Modelle erreichen nur eine geringe Höchstgeschwindigkeit, andere dagegen sind bis zu 100 km/h schnell. So oder so sind sie im normalen Straßenverkehr anzutreffen und damit auch unfallgefährdet.

Der Renault Twizy kam beim Frontalaufprall 'gerade so' durch:. Die Chassisstruktur des Elektroflitzers erwies sich als stabil, allerdings leiten sich daraus auch hohe Belastungswerte und entsprechende Verletzungsrisiken für die beiden Insassen ab. Beim Seitenaufprall wurde der Körper des Dummys aus dem Fahrzeug heraus verlagert, was bei einem echten Unfall zu einem hohen Verletzungsrisiko führt. Auch so wurden für den Dummy in beiden Szenarien hohe Werte registriert.

Renault widerspricht den eigenen Marketing-Slogans
Als Reaktion auf die Tests sagte ein Renault-Sprecher: "Beim Twizy handelt es sich nun mal nicht um ein Auto, sondern um ein Quad. Und für ein Quad ist er erstaunlich sicher." Auf der offiziellen Webseite von Renault klingt das allerdings anders. Dort heißt es über den Twizy: "(..) in punkto Sicherheit kann er problemlos mit einem PKW mithalten: Dank seiner vier Räder und der optimalen Bremsverteilung überzeugt er mit optimaler Sicherheit und Stabilität."

Laut einer Sprecherin von Euro NCAP wurden bei den Tests mit den Minimobilen sogar weniger anspruchsvolle Maßstäbe gesetzt als bei normalen Fahrzeugen. So betrage die Geschwindigkeit bei den Untersuchungen normalerweise 64 km/h statt 50 km/h. Weil der Gesetzgeber Leichtkraftfahrzeuge jedoch nicht als Pkw führt und somit auch schwächere Sicherheitsvorschriften herrschen, verzichtete EURO NCAP auf das übliche Bewertungssystem .....

Österreich: David gegen Goliath
Schauplatzwechsel: Seit Ende 2014 entwickelt in Wien ein Team rund um den austro-amerikanischen Elektrofahrzeug-Experten Lars Loh einen 2-Sitzer namens 'Alva Flash'. Das Elektro-Leichtfahrzeug besitzt neben einer neuartigen Sicherheitszelle - einem Space-Frame mit CFK-Elementen - zusätzlich eine Knautschzone in Sandwich-Bauweise (z.B. Carbon-Gummi) vor dem Fußbereich.

alva flash (c)2014 LLOHTECBei frontalem Aufprall mit 40 kmh und einer Knautschzone von 70 cm ist das e-Fahrzeug laut Leichtbau-Spezialist Loh "wie eine Schutzweste bei der Polizei: Die Aufprall-Energie wird einerseits großflächig verteilt und bewirkt andererseits die Deformation des Front-Bereichs. Angegurtete Insassen hätten somit keine gröberen Verletzungen." Vor dem Alva Flash kommt jedoch 2016 der Elektro-Kleintransporter 'UDO' auf die Strasse. Loh und sein Team stehen aktuell in Gesprächen mit mehreren Gemeinden in Ostösterreich für die Prototypen-Fertigung inkl. Testgelände. "Wir arbeiten ohne öffentliche Gelder. Damit sind wir einerseits unabhängig und können andererseits selbst bei den ersten 150 Fahrzeugen - Made in Austria - mit 4 Mitarbeitern einen Gewinn erzielen. Das ist für größere, geförderte Unternehmen mit hunderten Mitarbeitern wie KTM & co nicht denkbar", so Loh.

Links:

- Crash-Video Renault Twizy
- Llohtec R&D
 

 

 

[quelle: automotorsport,spiegelonline, llohtec.com]